In Zeiten der Pandemie


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Szenische Lesung aus dem DEKAMERON von Boccaccio

Premiere im Frühjahr 2021


 

Um das Jahr 1348 starb in Europa fast ein Drittel der Bevölkerung durch eine Seuche, die aus Asien mit den Handelsschiffen um die Welt gereist war: 

Die Pest.

Die Menschen, die dieser Pandemie ohne jegliches Wissen und ohne wirksame Medikamente ausgesetzt waren, reagierten mit allen nur denkbaren Verhaltensweisen auf die Bedrohung, rationalen und irrationalen:

Sie benutzten die damals zur Verfügung stehenden Mittel der Medizin, der Hygiene, der Religion und der Esotherik, um sich und ihre Familien zu schützen. Dennoch blieben sie dem tückischen Zugriff der Seuche hilflos ausgesetzt.

Tod und Entsetzen waren überall. Es schien so, als versänke die gesamte Welt in Chaos und Taumel. Die Gesellschaft zerfiel. Sitten, Werte und moralische Grenzen galten nichts mehr. Anarchie und der Zulauf zu obskuren Sekten und selbsternannten Heilsbringern waren die fast schon logische Folge dieser Ereignisse.

 

Seltsamerweise entstand ausgerechnet damals, inmitten der von Verzweiflung, Panik und Untergangsvisionen geprägten Zeit, ein Meisterwerk.

Der junge Giovanni Boccaccio schrieb in Florenz

 

DAS DEKAMERON.

 

Es handelt sich um eine Sammlung von Novellen, die mit ihrem Witz, ihrer Lebenslust und ihrer wie selbstverständlichen erscheinenden Menschlichkeit einen Gipfel der europäischen Kultur darstellen.

Dieses beispiellose Werk hat bis heute nichts von seinem unglaublichen Lebensmut, seiner Schönheit und seiner verführerischen Heiterkeit verloren.

Der Dichter schickt uns mit zehn jungen Leuten, die der Stadt den Rücken kehren, in traumhaft schöne italienische Gärten und wir hören ihnen in der Idylle der toskanischen Landschaft bei Musik, Gesang und gutem Essen zu, wie sie einander ihre Geschichten erzählen.

Die Hoffnungen, Freuden und Genüsse von Arm und Reich, von Schlau und Dumm, von Hoch und Niedrig werden da mit beeindruckendem Realismus geschildert.

Aus der Distanz von mehr als 600 Jahren fühlen wir, wie nahe sie uns sind, wenn sie ihr Dasein beschreiben, ja, es scheint uns so, als behaupte sich hier das Leben selbst mit seiner unbändigen Freude und Schönheit gegen all das Entsetzen und die dunklen Verzweiflungen, welche die Seuche verbreitet.

 

 

 

 

Mit Hilfe von Licht, Musik und den zehn großen Figuren, die uns durch den Abend begleiten werden, entsteht das Abbild einer schon fast modern wirkenden Lebenseinstellung.

Tatsächlich ist es der Beginn einer Epoche von berauschender Frische und Schönheit:

Der Renaissance.

 

 

Premierentermin: 20. und 21. 03.2021

Aufführungsort: Güterhallen Solingen. Halle 26.

 

An beiden Abenden gelten die dann gültigen Hygieneschutzregeln.

 

Das Projekt wird gefördert durch ein Stipendium des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NordrheinWestfalen.